3 minuten nach 11h stürtze ich in den saal. der applaus ist gerade vorbei und der dirigent schwingt seine pinguinartigen flossen und es geht los. gerade rechtzeitig. kein warten bis es anfängt - direkter einstieg. so solls sein. verschlafene orientierungssuche. der architekt dürfte wohl die grativation vergessen haben. gläserne lusterteile hängen schief. don joan war in seinen ersten zügen zu hören (was mir erst später bewusst wurde). …
immer wieder ein dösen, nachdenken, aufwachen alles begleitet von musik. in und wieder rückt sie in den vordergrund und begeistert meist ungemein. dann mutiert sie wieder zu angenehmer träume musik. dann wieder dösen. verkrüppelte sitzhaltung….
alle gehen raus. ende oder pause ? pause wurde mir gesagt. nikuhtin! dannach kam noch dvorák. in 3 sätzen. sehr fein, recht traditionell, aber schön instrumentiert. die schönste stelle: klarinette spielt alleine - töne werden immer leiser bis fast nichts mehr zu hören ist. aber doch noch. kurze stille. kontrabässe beginnen ebensoleise fast unhörbar etwas lauterzuwerden. leider ein nur sehr kurzer moment, aber intensiv….
draussen sonnig. frischer wind bohrt sich durch meinen pullover…
am weg - den herbst in wien gefunden…
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kaffee im stadtkino. gemütlich mit baustämmen und sportgummi. gequatsche / sehr zutraulich.
..fussmarsch zur ubahn über den ring. noch mehr herbst. blätter ziehen an den schuhen vorbei. hinter mir folgt jemand, die selbiges noch exzessiver macht. blätter mit den füssen vor sich herschieben. ob sie wohl ein privates blätterzimmer zu hause hat oder schon mal darüber nach gedacht hat sich eines zu machen? aber das frage ich nur mich. selbst hatte ich auch noch keines. aber wann wenn nicht jetzt? wo doch der staub in meinem zimmer schon so hoch steht, dass die blätter auch kaum eine wirklich “verschmutzung” mehr wären. aber was würden sich die leute denken, wenn sie mich blätter vom strassenrand in einen schwarzen müllsack stopfend sehen. (das konjuntiv ‘würden’ - spart er sich hier. oder müsste dann sähen heissen?). jetzt ist die fremde schon abgebogen, kann sie wohl nicht mehr fragen, ob sie ein blätterzimmer hat, oder mit dem gedanken spielt sich eines zu bauen. (für die, die von blätterzimmern nicht viel wissen oder mehr wissen wollen … literaturhinweis: regenschirm für diesen tag - Wilhelm Genazino).
warme sonne überall. es laufen schon schals (plural von schal) mit menschenhälsen drinnen herum. wie nett. aber wohl kein tigerentenschal mehr…
das knistern die drahtseile und die reibung der glas/plastik/metall inszinieren ein kleines konzert für die 45 sekunden im aufzug. davor sonnig-kurzer smalltalk.
daheim.
auch herbst.
mein erster blühender kaktus, wenn das ding überhaupt zur gattung der kakten gehört.

….mein wohl längster und emotionalster blog-entry yeah!
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