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*Ende für freies Plakatieren in Wien *

Filed under: Alltagsgeschichten — berniq at 11:06 pm on Saturday, December 22, 2007

*Ende für freies Plakatieren in Wien *
Knebel für die Meinungsfreiheit (als demokratisches Grundrecht) im
öffentlichen Raum

Ab 1.1.2008 wird Kultur:Plakat, die Tochter-Firma der GEWISTA, mit
21.000 neuen Plakatflächen im Kleinformat (A1), per Gesetz die einzige
legale
Plakataffichier-Firma Wiens sein, um so „das Problem der hässlichen
Wildplakate in den Griff zu kriegen, da sie derart überhand
genommen haben, dass sie das Wiener Stadtbild wirklich negativ
beeinflusst haben“ wie die GEWISTA auf ihrer Homepage bekanntgibt.

Das bedeutet,
*es gibt keine Möglichkeit mehr, selbst zu plakatieren bzw. die eigene
Meinung bzw. Informationen mit Hilfe eines Wildplakatierers der Öffentlichkeit
zugänglich zu machen.*

Die Kosten:
1. Bezirk: Kosten pro Plakat und Woche Euro 10,50 (exklusive 5%
Werbeabgabe und 20% MWSt.), Mindestbuchung 100 Stück für 50
Standorte (pro Standort wird beidseitig affichiert)
2.-23. Bezirk: Kosten pro Plakat und Woche Euro 2,95 (exklusive 5%
Werbeabgabe und 20% MWSt.), Mindestbuchung 200 Stück für 100
Standorte (pro Standort wird beidseitig affichiert)

Für die Bezirke 2-23 ist keine Standortwahl durch die KundInnen
vorgesehen.

Buchungen lang im Voraus nötig:
im 1. Bezirk-„Exklusivnetz“ kann erst wieder für März gebucht
werden, im 2.-23. Bezirk, ohne Standortwahl, erst ab 29.1.2008
*Plakatieren (wie Flyern) war und ist immer ein wichtiges Mittel für
Initiativen, Offentlichkeit herzustellen, sich Öffentlichkeit zu
verschaffen.*

Die Plakatierfreiheit (§ 48 des Mediengesetzes) garantiert allen,
die keinen Zugang zu Massenmedien hat, mittels Plakat Meinungen
oder Informationen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Wer in der Öffentlichkeit präsent sein will, plakatiert - selbst oder mit
Hilfe eines Wildplakatierers.
Ab 1. Jänner 2008 soll sich das ändern: Anstatt dem Problem der
Wildplakatierung durch die
Schaffung vermehrter freier und legaler Flächen für die
Veröffentlichung von Veranstaltungsinhalten zu begegnen (die
Gewista-Standortliste der freien Plakatflächen weist zur Zeit
gerade 26 freie Plakatflächen für ganz Wien aus), hat die Gemeinde
Wien die GEWISTA Werbegesellschaft mbH, die im Mehrheitseigentum
des französischen Außenwerbungskonzerns JCDecaux steht, beauftragt,
“das Problem der hässlichen Wildplakate in den Griff zu kriegen”.

Wildplakate werden künftig von den PlakatiererInnen der
KULTUR:PLAKAT GmbH entfernt und Verwaltungsstrafen angedroht. Die
Höchststrafe liegt zurzeit bei EUR 2.180,- pro angezeigtem Verstoß.

*PETITION FÜR FREIE PLAKATIERUNG* in Wien – eine Aktion von Peter Fuchs:
http://freieplakatierung.at/

Link zur Gewista-homepage
“Eine Bereicherung für das Wiener Stadtbild”
http://www.gewista.at/relaunch/www/index.php?id=590&sprache=1